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Gedankenblut
Da tanzt der Clown
Ohnmächtig…
…Er ward Zeuge wie der Teufel
Mit Worten aus Zucker die Schöne entführte
Worte so flehend und schmerzlich gesprochen
So gänzlich betäubend - kein Platz für Verstand
Und in erreichter Isolation vom unwissenden Rest
Geschah es, daß der Teufel seine von Lüge Verdorbenen Lippen
Auf das Weiche, zarte Rot der Schönen presste
Er zerrt sie hinfort in seiner Hölle – Verrat!
Doch der Clown tanzt
den Tanz der blinden Naivität
Niemand beachtet Ihn - man sieht nur den Clown
„Seht wie er tanzt“
Und traut ihm kein Denken
Kein Gefühl
Keinen Schmerz
Er ist der Clown
„Seht wie er lacht, wie fröhlich er ist“
- Er weiß von
nichts -
- Er sieht nichts -
- Er hört nichts -
Er tanzt den
Tanz
Allein
Doch in ihm tobt es grausam…
‚Ach wäre es nicht schön, wenn all die Naivität
Nicht ein Spiel
Sondern Teil der Wahrheit doch wäre?’
Er trägt seine Maske und tanzt
Und zählt dahinter Tränen… Tränen… Tränen…
Nein! Nicht Tränen
Er sucht zu finden eine Mauer
Die mächtig genug zu stoppen all das Blut
Das unaufhörlich aus seinem Herzen strömt
Was schon so lange strömt
Doch niemand sieht es
Er trägt die Maske und tanzt
Tanzt um des Vergessens Willen
Um sich selber seine Naivität weiß zu machen
Er will naiv sein
Seine Gedanken zerstören ihn
Und in ihm beginnt der Haß zu wachsen:
Haß gegen den Teufel, der die Schöne entführte
Weg aus den Augen derer, die doch sehen sollten
Derer, die doch wissen sollten
Gegen die Schöne, die doch allein des Clows Geheimnis teilt
Die in den Räumen des Harlekin dem Teufel verfiel
Und Haß gegen sich selbst
Da er seine Ohnmacht haßt
Seine Einfältigkeit
Seine Unwissenheit
Die Gedanken fressen in ihm
Fressen ihn auf
Doch keiner merkt es
„Seht doch er tanzt, seht wie er lacht“
Er ist nur noch eine Hülle, dessen Inhalt schon längst gestorben ist
25.11.2003 [nach dem
Entwurf „Gedankenblut 2“ von 2002] |