Ruhe


So sitz' ich hier allein, der Wind weht mir leis'
Durch's Haar als wär' ich schon ein Greis
Die Sonne sie schwindet, Wolken sie quellen
Gar schön ist es hier - ich fliehe vom Hellen

Doch die Anwesenheit stört mich
Sie lungern hier all
Auf Bank, auf Tisch - zerstörender Hall
So schön ich's hier finde, so schön es hier ist
Bleibt wahre Ruhe mir ewig vermißt

So brech' ich auf - in den Lärm hinein
Ich fühl' die schwarze Seele jammernd schrei'n
Meine Brust erzeugt den Schmerz - ich sehe kein Licht
Als ob die Sonne mir Körper und Augen zersticht

Bitter und rauh spühr' ich den Boden
Mit letztem Sinne nehm' ich es war - sie toben
Die Schreie verhallen - mein Geist schließt sich zu
Tief ins schwarze gehüllt geh' ich nun zur Ruh'

...

Oh Ruhe, oh Ruh'
Bist hier überall - so geb' ich's ja zu
Nein ich stehe das nicht länger aus
Will nur weg - will hier raus
Die Ruhe sie frißt, sie nagt mir am Geist
Vergess' ich nun alles was Ruhe mir heißt

Ewiges nichts - nicht einmal ich
Wer kann das ertragen, ich kann es nicht

Sucht ich doch die Ruh' nicht in diesem Reich
War Existenz und Tod mir doch gleich
Ruhe ist nur im Lärm - in den Massen
Niemand kennt dich, man tut stets verblassen

Ruhe ist dort wo niemand dich kennt
Und dich doch jeder beim Namen auch nennt
Ruhe ist dort wo die Physis beschäftigt
So daß dein Geist dir vernächtigt

Sei kein Thor, genieße den Lärm
Als einsame Insel der Ruhe im Hirn
 

24.05.2000

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